Schellenberger Wehrturm

Fährt man von Berchtesgaden in Richtung St. Leonhard, noch vor der Landesgrenze zu Österreich, befindet sich nach der Marktgemeinde Marktschellenberg an der linken Seite der Schellenberger Turm oder auch Schellenberger Paßturm genannt. Er diente einstmals am Übergang nach Salzburg als Wehrturm zur Landesbefestigung des zur Fürstpropstei erhobenen Klosterstifts Berchtesgaden. Der Schellenberger Turm wurde etwa 1193/94 […]
© Helfried Unterberger

Fährt man von Berchtesgaden in Richtung St. Leonhard, noch vor der Landesgrenze zu Österreich, befindet sich nach der Marktgemeinde Marktschellenberg an der linken Seite der Schellenberger Turm oder auch Schellenberger Paßturm genannt.
Er diente einstmals am Übergang nach Salzburg als Wehrturm zur Landesbefestigung des zur Fürstpropstei erhobenen Klosterstifts Berchtesgaden.
Der Schellenberger Turm wurde etwa 1193/94 erbaut und erstmals im Jahr 1258 nach dem Neubau von 1252 urkundlich erwähnt. Als die Saline Schellenberg noch in Betrieb war und die Fürstpropstei immer wieder in Auseinandersetzungen mit dem Fürsterzbistum Salzburg geriet, da dieses Interesse an den Salzlieferungen aus Schellenberg hatte, diente er als Verteidigungsanlage. 1677 wurde die Befestigung ausgebaut und um einen Torbau erweitert, der gleichzeitig als Mauthaus genutzt wurde. Im Jahr 1801 wurden während der napoleonischen Kriege gegen Österreich rechteckige Schießscharten in den Turm eingebaut, die auch heute noch sichtbar sind. Nach der Säkularisation im Jahr 1803 und dem damit verbundenen Ende der Fürstpropstei Berchtesgaden sowie der Einverleibung ins Königreich Bayern von 1810, war bis 1823 eine Grenzbesatzung im Turm stationiert. Sie wurde dann unterhalb des Turms in das neu errichtete königlich bayerische Zollamt verlagert. Da das alte Mauthaus den zunehmenden Fuhrwerkverkehr störte, wurde es 1841 abgebrochen. Drei Jahre später wurde die schwer zugängliche Passhöhe schließlich abgetragen und die Straße tiefer gelegt. Als letzter Rest der ehemaligen Wehranlage wird der Paßturm auch heute noch so genannt, obwohl die mittelalterliche Paßstraße,
die einst manchem Salzfuhrwerk schwer zu schaffen machte, längst verschwunden ist. Durch die Aufnahme des Turmes in das Wappen der ehemaligen Gemeinde Landschellenberg wurde diesem historisch so bedeutendem Bauwerk ein bleibendes Denkmal gesetzt.

Wehrturm Marktschellenberg geöffnet für Besucher: 1 x monatlich Sonntags von
11.00 bis 15.00 Uhr  (nur bei Schönwetter)

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