SALZ – Weißes Gold

Die Geschichte der Städte Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Salzburg und Hallein ist stark verbunden mit dem Rohstoff Salz.
© PhotoSG
© PhotoSG

Die Geschichte der Städte Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Salzburg und Hallein ist stark verbunden mit dem Rohstoff Salz. In jedem Haushalt ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass Salz vorhanden ist. Früher allerdings war Salz weitaus mehr, als ein Gewürz. Es diente dazu Lebensmittel zu konservieren und war begehrtes Zahlungsmittel. Nicht von ungefähr trägt es den Beinamen „weißes Gold“.  Schon 600 v.Chr. wurde in Hallein Salz im Untertageabbau gewonnen, allerdings nur bis
15 v.Chr., dann wurde der Abbau, vermutlich aufgrund der Einfuhr von Meersalz, gestoppt.
Ab dem 12. Jahrhundert wurde dann im Salzbergwerk auf dem Dürrnberg Salz im großen Stil gewonnen. Mit Ende des 16. Jahrhunderts  auch in Berchtesgaden.  Wegen seiner prädestinierten Lage an der Salzach, wurde Salzburg zum Hauptumschlagplatz, denn zu jener Zeit wurde Salz meist per Schiff transportiert.  Alle Städte profitierten davon und erlebten einen wirtschaftlichen Aufschwung. Allerdings neidet der einem dem anderen den Erfolg und so kam es zu Auseinandersetzungen, gegenseitigen Zerstörungen der Stollen und nicht selten waren es fast kriegerische Zustände, die damals um diesen Rohstoff herrschten.  Diese Kriege führten nahezu zum Erliegen des Salzabbaus. Endgültig eingestellt
wurde der aktive Abbau im Salzbergwerk Hallein erst 1989.
Seither kann man das älteste Salzbergwerk Europas als Schaubergwerk bestaunen. Im Gegensatz dazu ist das Bergwerk in Berchtesgaden noch aktiv, kann aber trotzdem besichtigt werden und ist seit 2007 zu einem beliebten Ausflugsziel geworden.

Salz als Medizin
Das Salz weit mehr war und ist als bloßes Gewürz beweist auch der Einsatz als Heilmittel. Jeder kennt das Sprichwort „Salz in offene Wunden streuen“. Seinen Ursprung findet diese,  in der Antike weitverbreiteten Methode, Salz in offene Wunden zu streuen, um eine Entzündung dieser zu verhindern. Wie schmerzhaft diese Prozedur ist, ist leicht vorstellbar. Zum Glück findet dieser medizinische Einsatz von Salz heute keine Anwendung mehr. Wohl aber auch heute noch gebräuchlich ist es, sich bei einem Schnupfen eine Salzwasser­lösungsspülung der Nase zu machen, um die Atemwege wieder frei zu bekommen. In der modernen Schulmedizin wird darüber hinaus nach einem großen Blutverlust, das Blutvolumen mit einer 1%igen Kochsalzlösung wieder aufgefüllt.
Wie wohltuend Salz für unseren Körper ist, wohlgemerkt in sehr geringen Dosen, beweist auch ein Besuch in der Therme. Ein Bad in einem Solebecken hat vielfältige gesundheitsfördernde Auswirkungen auf unseren Körper. Durch den höheren Auftrieb im Wasser, wird der Körper besser entlastet und Übungen können besser durchgeführt werden, was sich bei rheumatischen Erkrankungen schon vielfach bewährt hat. Auch für die Haut ist ein Bad im warmen Solebecken, wie ein Segen. Die warme Sole entschlackt und reinigt die Haut, und lindert Juckreiz.
Bei asthmatischen Erkrankungen der Atemwege hilft der Besuch eines Heilstollens, wie jenem in Berchtesgaden. Die Solepartikel können tief bis in die Lunge eindringen und lösen dort Verschmutzungen durch Feinstaub und andere Giftstoffe.

WUSSTEN SIE SCHON
dass bereits in der Antike mit Hilfe von Salz „Kühlschränke“ erfunden wurden? Wenn man Eis zerstoßt und mit Salz vermengt entsteht eine sogenannte Kältemischung, die bis auf -21 Grad Celsius abkühlt. So konnten schon früh, Speisen und Getränke gekühlt gelagert werden. In der Moderne finden wir diese Methode im Wintersport wieder, denn so werden heute noch Pisten für den Skiprofisport präpariert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.